Vom Göttlichen, von Gut und Böse, Liebe und Zerstörung und vom Menschlichen

Zusammenfassung

Gewalt und immenses Leid kennzeichnen die politischen Auseinandersetzungen in der Welt, Streit um die jeweils „richtige“ Gesellschaftsordnung, heute besonders im islamischen Raum. Dieser Text postuliert, es wäre für den Frieden auf Erden nützlich, den Verantwortungsbereich des Göttlichen – wie auch immer wir das Transzendente nennen wollen – und den Verantwortungsbereich des Menschen klar zu trennen.

Es gibt eine natürliche, kosmische oder grundlegende Ebene der Schöpfung und des Zerfalls, für die der Mensch keine Verantwortung trägt. Hier können wir sagen: „Es ist, wie es ist.“ Man kann diese Ebene die göttliche oder die grundlegende nennen. Es gibt auch eine irdisch-menschliche Ebene, auf welcher die Menschen festlegen, wie sie untereinander und mit der Natur leben wollen; wir können sie die menschliche nennen. Auf dieser Ebene kommt dem Menschen die volle Verantwortung zu; da lässt sich nicht sagen: „Es ist wie es ist.“

Diese beiden Ebenen klar zu unterscheiden wäre ein Beitrag zum Frieden auf Erden. Es würde die Verantwortungsebenen des Göttlichen und des Menschlichen nicht permanent vermischen. Von der grundlegenden Ebene kann der Mensch nur wenig beiziehen, aber Wesentliches, um seine Gesellschaftsordnungen zu gestalten. Dazu die religiösen Schriften oder religiöse Dogmen heranzuziehen, schafft aber unerbittliche Konflikte. Werden religiöse Schriften beiseitegelegt, werden die Auseinandersetzungen der Menschen um ihre jeweilige Gesellschaftsordnung weniger verbissen, menschlicher, sie können mehr von der Vernunft, der Erfahrung und dem Wohlwollen geprägt sein.

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Elf Folgerungen aus Kapitel 1

(Auszug aus “Die Aushöhlung der Demokratie” (Bucherscheinung: März 2015)
Quellen Angaben: diese Erfolgen dann ausführlich im Buch.)

1 Unzureichende Daten, Vernebelung der Vermögensverhältnisse
Die statistischen Daten über das Kapitaleigentum werden innerhalb und zwischen den OECD-Ländern uneinheitlich oder sogar gar nicht veröffentlicht. Insbesondere über die Vermögenskonzentration beim obersten Prozent der Bevölkerung, die machtpolitisch relevant wäre, erfährt man sehr wenig.

Je nach Quelle besitzt ein Prozent der Schweizer 36 oder 59 % des Gesamtvermögens; ein Prozent der Deutschen 23 oder 36 %. Die Daten von Frankreich und Grossbritannien sind unbrauchbar, jene der OECD sehr veraltet. Frankreich liefert unter dem Suchwort „Vermögensverteilung“ zwar eine Unmenge an Daten über die Einkommensverteilung, nicht jedoch über die Vermögen selbst.

Schon bei der Datenerhebung dürften die Macht- und Denkstrukturen der großen Kapitalbesitzer eingreifen: bei der Tiefe und Ausführlichkeit der öffentlichen Datenerhebungen (Steuerbehörden), beim Detaillierungsgrad der Veröffentlichungen sowie bei den Themen der Universitätsforschung zum Thema Ungleichheiten. Es werden zwar Listen der reichsten Menschen publiziert (Forbes Magazine, Challenges, Bilanz), aber mehr zu Händen der Boulevardmedien und der Regenbogenpresse, zur Bewunderung durch die „people“, nicht zur Bewusstwerdung.

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Der Liberalismus versagt – Mont Pèlerin Society MPS

(Auszug aus “Die Aushöhlung der Demokratie” (Bucherscheinung: März 2015)
Quellen Angaben: diese Erfolgen dann ausführlich im Buch.)

Der heutige Zustand der Welt ist nicht zufällig entstanden. Er ist seit den 1940er Jahren vorgedacht und bewusst herbeigeführt, unter anderem von einem genialen Mann: dem Ökonomen Friedrich August von Hayek und seiner Mont Pèlerin Society.

Wenn wir, aus purer Notwendigkeit, den Übergang unserer Gesellschaft in eine postmaterialistische Kultur denken, haben wir die grossen Bewegungen des gesellschaftspolitischen Denkens einzubeziehen, besonders die Vorstellungen von Wirtschaft und Gesellschaft. Für die heutige Lage der Welt kommt den Theorien des Neoliberalismus eine Hauptverantwortung zu.

Die vier in den Quellen verzeichneten Dokumentarfilme zeigen anschaulich die Entstehung und den Verlauf der Finanzkrise von 2008. Diese breit recherchierten Filme zeigen auf, wie die Krise über einen langen Zeitraum herbeigeführt wurde. Eindrücklich schildern die Bilder, wie Professoren und Universitätsinstitute, Banken, Versicherungen und Konzerne, Lobbyisten und Politiker und die Regierung der USA Hand in Hand die neoliberale Variante des Kapitalismus bis zur Krise von 2008 vorangetrieben haben. Filme haben den Vorteil, uns emotional zu berühren, was für menschliche Lernprozesse entscheidend ist.

Nachfolgend wird die Entwicklung des heute dominierenden wirtschaftspolitischen Denkens ins Auge gefasst, das letztlich zu den in den Filmen aufgeführten Ereignissen geführt hat.

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Welternährung – Landwirtschaft – Agrarindustrie

(Auszug aus “Postmaterialismus – Der nächste Schritt soziokultureller Evolution reicher Demokratien” (Bucherscheinung: Sommer 2015) Quellen Angaben: diese Erfolgen dann ausführlich im Buch.)

Chronische Agrarüberschüsse!

Seit gut 50 Jahren übersteigt die weltweite Agrarproduktion den Bedarf an Nahrungsmitteln und Agrarrohstoffen. Auch deshalb fielen in dieser Zeit die realen Agrarpreise massiv. Schon in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts versuchte man mit Rohstoffabkommen die chronische Überproduktion und den Preiszerfall in den Griff zu bekommen.

Die Situation permanenter Überschüsse konnte man entschärfen, indem man immer mehr Getreide und weitere Nahrungsmittel (z.B. Maniok und Soja) dem Vieh verfütterte um Fleisch und zunehmend auch Milch zu erzeugen. So dienen heute 37% der Weltgetreideernte als Futter, ca. 850 Millionen Tonnen. Weitere 6% oder 150 Mio. Tonnen werden zu Treibstoff verarbeitet. Das Eiweiss der Sojabohne wird dem Kraftfutter beigemischt und aus dem dabei anfallenden Öl wird Biodiesel hergestellt. Aus einem Grossteil des brasilianischen Rohrzuckers entsteht der Kraftstoff Ethanol. All diese Nahrungsmittel, 1000 Millionen Tonnen, verbrauchen die Wohlhabenden in Form von Fleisch, Milch und Treibstoff.

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Anliegen

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Die Gesellschaften der Menschen und ihre Beziehungen mit der Natur scheinen mir in einem bedrohlichen, vor allem aber nicht verantwortbaren Zustand zu sein. Die weltweiten Zerstörungen an Mensch und Natur sind kaum erträglich. Es besteht tief greifender Handlungsbedarf: Ich gehe davon aus, dass die Menschen die alleinige Verantwortung tragen bei der Gestaltung ihrer Gesellschaftsordnungen sowie bei allem, was aus diesen folgt. Neben dieser weltpolitischen Verantwortung erlebe ich intensiv die Schönheit der Natur und der menschlichen Kulturen, ihren beglückenden Reichtum. Die Diskrepanz zum Hässlichen, welches die Menschen verursachen, ist umso schmerzhafter. Die reichen Demokratien scheinen mir deutlich in der Verantwortung, in eine neue, postmaterielle Kultur zu gelangen.

Meine Erfahrung aus 50 Jahren engagierten (Berufs-)Lebens: Es gibt nicht sehr viele Utopisten. Es sind jene, welche sich der „Skulptur von Wolken“ widmen. Es gibt noch weniger Visionäre. Diese holen die Wolken auf die Erde, sie erden sie – wie der Bildhauer aus einem inneren Bild eine materielle, irdische Skulptur aus Stein meisselt oder aus Holz schnitzt. Als sozialpolitischer Visionär beachte ich die Lage der Gesellschaft, ihre Geschichte, ihren Entwicklungsprozess. Wenn ich nach Lösungsansätzen zur Gestaltung der Zukunft suche, fühle ich mich geerdet, nicht abgehoben, nicht schwebend. Und eine tiefe Liebe zur Menschheit und zur Welt hat sich in mir entwickelt, weg von Wut und Schmerz, … es brauchte gut 50 Jahre Reifung dazu …

Deshalb gründe ich mit Menschenklang diese Internetseite. Mir liegt daran, Visionen in die Welt zu bringen und so einen Beitrag dafür zu leisten, dass wir Menschen unser Zusammenleben auf der Erde schöner und lebensdienlicher gestalten. Wir haben die Freiheit dazu! Postmaterialismus erscheint mir als sinnvoller nächster Schritt soziokultureller Evolution in den reichen Ländern.